Sommereggers Klassikwelt 6/2019: Hört Altes, Kinder!

Es ist zum Teil erschütternd den konkreten Vergleich von Opern-Gesamtaufnahmen des gleichen Labels anzustellen. Wer die Zauberflöten-Einspielung Karl Böhms mit Fritz Wunderlich kennt, kann auf die aktuelle Veröffentlichung der Deutschen Grammophon mit Klaus Florian Vogt und Rolando Villazon wahlweise nur mit Gelächter oder Erbrechen reagieren.

von Peter Sommeregger

Seit etwa 12o Jahren ist es technisch möglich, menschliche Stimmen, aber auch alle anderen Arten von Geräuschen für die Ewigkeit zu konservieren. Schnell war klar, dass diese Entdeckung vor allem für Musiker auch kommerzielle Anreize bot.

Um das Jahr 1902, als man begann Opernarien aufzunehmen, erwies sich der Italienische Startenor Enrico Caruso als Glücksfall für die noch junge Branche. Caruso war nicht nur der berühmteste Opernstar seiner Zeit, er zeigte auch Interesse an dieser neuen Technik. Entscheidend wichtig war auch, dass sich seine Stimme optimal für Aufnahmen eignete. So wurde der Neapolitaner  quasi zum Türöffner für das neue Medium Schellackplatte. Grammophon-Apparate und auch die Platten selbst waren teuer, aber im Vergleich zu den für viele Menschen unerschwinglichen Opernkarten  preiswert. Viele Kollegen Carusos folgten seinem Beispiel, und so entstanden in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg unzählige Aufnahmen klassischer, bevorzugt Opernmusik. Die Aufnahmebedingungen waren primitiv, elektrischer Strom oder gar Mikrophone waren ja noch nicht erfunden. Und doch verblüfft noch heute die Authentizität der gesanglichen Leistungen. Man meint, Herrn Caruso durch den Grammophon-Trichter die Hand schütteln zu können. „Sommereggers Klassikwelt 6/2019,
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Maestro con spirito: Herbert Blomstedt und das NDR Elbphilharmonie Orchester zelebrieren Haydns letzte und Bruckners sechste Symphonie

Foto © Martin U. K. Lengemann
Elbphilharmonie Hamburg, NDR Elbphilharmonie Orchester

20. Oktober 2019

Veranstalter: NDR Musik
NDR Elbphilharmonie Orchester
Dirigent: Herbert Blomstedt

PROGRAMM
Joseph Haydn: Sinfonie D-Dur Hob. I/104 „Londoner Symphonie“
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 6 A-Dur

von Dr. Holger Voigt

Herbert Blomstedt, der in den USA geborene Schwedische Dirigent, hat schon lange den Taktstock (Baton) zur Seite gelegt und dirigiert „nur“ noch mit den bloßen Händen. Tatsächlich scheint Blomstedt nur aus Musik zu bestehen, und diese fließt förmlich aus ihm heraus – in wohlgeformten Strömen, als wären seine Fingerspitzen die kostbarsten Wegbereiter von Klang und Emphase. Er scheint dabei überhaupt nicht müde zu werden – schon gar nicht physisch – , wenn es darum geht, Musik in ihrer reinsten Form zu vermitteln. Alles getragen von einer intrinsischen Begeisterung, die ihn zeitlebens umgetrieben hat und auch heute noch beseelt. Offenbar ohne Zeichen einer Alterung ist für den 92-Jährigen selbst eine einstündige Bruckner-Symphonie eher ein Lebenselixier. Inmitten von Musik und Musikern scheint er sich an sicherem Ort zu fühlen – nichts Böses kann passieren, solange er eins ist mit der Musik und seinen Musikern. „Elbphilharmonie Hamburg, NDR Elbphilharmonie Orchester, Herbert Blomstedt, 20. Oktober 2019“ weiterlesen

DIE DIENSTAG-PRESSE - 22. OKTOBER 2019

Foto: Diana Damrau © Jürgen Frank
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG – PRESSE – 22.OKTOBER 2019

Wien/ Musikverein
Diana Damrau sagt ab
Karten werden im Musikverein zurückgenommen.
Wiener Zeitung

Hamburg/ Staatsoper
Bei diesem Don Giovanni glänzt vor allem das Kostüm – unentschlossene Mozart-Neuinszenierung an der Hamburgischen Staatsoper
Jan Bosses Inszenierung zeigt einige interessante Ideen, aber kein durchweg überzeugendes Konzept. Musikalisch ragt vor allem die Orchesterleistung heraus, auch sängerisch ist Erfreuliches zu erleben. Leider bleibt ausgerechnet der Titelpart etwas blass. So wird es nur ein guter Opernabend, aber nichts von wirklich nachhaltigem Eindruck.
Klasssik-begeistert

Jan Bosses „Don Giovanni“ in Hamburg. Zu viel Drehbühne und zu wenig Glaube an die Musik
DeutschlandfunkKultur

Don Giovanni: Applaus für Musik, Buhs für Regie
https://www.ndr.de/kultur/musik/klassik/Ueberfrachteter-Don-Giovanni-in-Hamburg

Dresden/ Semperoper
Ein Psychogramm der Zeitgeschichte: Christine Mielitzʼ »Fidelio« in der Semperoper Dresden
Vom spanischen Staatsgefängnis bei Sevilla im 18. Jahrhundert holt Christine Mielitz das Bühnengeschehen unvermittelt in die Gegenwart. Erstmals am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, aufgeführt, gleicht der Dresdner »Fidelio« einem gesellschaftspolitischen Psychogramm des Herbstes 1989.
Klassik-begeistert „DIE DIENSTAG-PRESSE – 22. OKTOBER 2019“ weiterlesen

„La clemeza di Tito" im Theater an der Wien: Nicole Chevalier wird den hohen Erwartungen gerecht!

Foto: Nicole Chevalier (Vitellia), David Hansen (Sesto),
Arnold Schoenberg Chor © Werner Kmetitsch
Wolfgang Amadeus Mozart, La clemenza di Tito
Theater an der Wien, 19. Oktober 2019

von Jürgen Pathy

Ein Sylvester-Feuerwerk der Extraklasse hätte es werden können: „La clemenza di Tito, Mozarts letzte Oper und Rückkehr zur damals bereits aus der Mode geratenen opera seria im Theater an der Wien. Mit seinen elf Arien und ebenso vielen Ensemble-Nummern bietet dieses 1791 uraufgeführte Meisterwerk mehr als genügend Zündstoff. Vom Duett der beiden Protagonisten Sesto und Vitellia gleich zu Beginn über die feurigen Bekundungen des Titus bis hin zu den herrlichen Arien des Sesto, ein Mozart‘ scher Erguss schöner als der andere. „Wolfgang Amadeus Mozart, La clemenza di Tito Theater an der Wien, 19. Oktober 2019“ weiterlesen

DIE MONTAG-PRESSE - 21. OKTOBER 2019

Foto: © Staatsoper Hamburg
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG–PRESSE – 21.OKTOBER 2019

Europäische Kulturpreisgala in Wien mit Klima-Appellen
Weitgehend ohne Dissonanzen ist am Sonntag die Europäische Kulturpreisgala in der Wiener Staatsoper über die Bühne gelaufen. Geehrt wurden Stars wie Sophia Loren, Dirigentin Simone Young, Maler Neo Rauch und Bariton Thomas Hampson. Neben der Umweltinitiative „R20 Austrian World Summit“ nutzte Designerin Vivienne Westwood die Gala für einen Klimaschutz-Appell – und wurde schlicht wegapplaudiert.
Salzburger Nachrichten

Ritterbands Klassikwelt 3/2019: Tyrannen auf der Opernbühne – und wie sie enden
Das Personal der Opern besteht üblicherweise aus mehr oder weniger tragisch Verliebten, weniger aus erfolgreichen und meist aus gescheiterten Helden. Auffällig ist aber die Häufigkeit der Tyrannen auf der Opernbühne.
Die Liste ist lang: Sie reicht vom brutalen Römer Polizeichef Scarpia, der den politischen Gefangenen Angelotti in den Tod treibt und den Künstler Cavaradossi trotz Zusicherungen erschießen lässt, vom Gouverneur eines Staatsgefängnisses bei Sevilla, einem gewissen Don Pizarro, der den Gefangenen Florestan im tiefsten, dunkelsten Kerker verborgen hält und ihn möglichst bald aus der Welt schaffen will – bis hin zu den kleinen Tyrannen im eigenen Haushalt, wie den Doktor Bartolo, der sein Mündel Rosina wie eine Gefangene hält und Graf Almaviva, der eben diese Rosina zu seiner Gräfin macht und dann in seinem Schloss herrscht wie ein Despot und der trotz aller Versprechungen nicht auf das althergebrachte „ius primae noctis“ verzichten will und mit List und Tücke versucht, Susanna, die Braut seines Kammerdieners Figaro noch in der Hochzeitsnacht ins Bett zu kriegen.
https://klassik-begeistert.de/ritterbands-klassikwelt-3-2019-klassik-begeistert-de-update1/ „DIE MONTAG-PRESSE – 21. OKTOBER 2019“ weiterlesen

Ein Psychogramm der Zeitgeschichte: Christine Mielitzʼ »Fidelio« in der Semperoper Dresden

Foto: © Klaus Gigga
Ludwig van Beethoven, Fidelio,
Semperoper Dresden, 11. Oktober 2019

von Pauline Lehmann

Vom spanischen Staatsgefängnis bei Sevilla im 18. Jahrhundert holt Christine Mielitz das Bühnengeschehen unvermittelt in die Gegenwart. Erstmals am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, aufgeführt, gleicht der Dresdner »Fidelio« einem gesellschaftspolitischen Psychogramm des Herbstes 1989.

Die 138. Vorstellung steht im Gestus der Erinnerungskultur »30 Jahre Friedliche Revolution«. In seiner Festrede fokussiert Bundespräsident a. D. Joachim Gauck »Demokratie, Herrschaft des Rechts, Vielfalt und Toleranz« und verweist überdies auf das emanzipatorische Erbe und auf die Pflicht aller, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Ludwig van Beethoven, Fidelio, Semperoper Dresden, 11. Oktober 2019“ weiterlesen

Bei diesem Don Giovanni glänzt vor allem das Kostüm – unentschlossene Mozart-Neuinszenierung an der Hamburgischen Staatsoper

Fotos:  © Brinkhoff/Mögenburg
Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni (Premiere)
Hamburgische Staatsoper, 20. Oktober 2019

von Guido Marquardt

Jan Bosses Inszenierung zeigt einige interessante Ideen, aber kein durchweg überzeugendes Konzept. Musikalisch ragt vor allem die Orchesterleistung heraus, auch sängerisch ist Erfreuliches zu erleben. Leider bleibt ausgerechnet der Titelpart etwas blass. So wird es nur ein guter Opernabend, aber nichts von wirklich nachhaltigem Eindruck.   „Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni (Premiere), Hamburgische Staatsoper, 20. Oktober 2019“ weiterlesen

Ritterbands Klassikwelt 3/2019: Tyrannen auf der Opernbühne – und wie sie enden

Tyrannen sind natürlich Macbeth und Boris Godunov und – zumindest aus Schweizer Sicht – der Prototyp für alle Tyrannen: Der habsburgische Landvogt Gessler in Rossini’s Wilhelm Tell. Giacomo Meyerbeers Prophet wird in der gleichnamigen Oper mehrmals als „Tyrann“ bezeichnet – unter anderem von seiner eigenen Mutter Fidès. Es gibt Anti-Tyrannen, die nur gut und positiv sind, wie Titus in Mozarts „Clemenza di Tito“, und es gibt Tyranninnen, also Tyrannen weiblichen Geschlechts – Turandot in Puccinis letzter (und unvollendeter) Oper, die grundsätzlich alle Freier einen Kopf kürzer machen lässt, welche ihre drei ziemlich lapidaren Rätsel nicht erraten.

von Charles E. Ritterband

Das Personal der Opern besteht üblicherweise aus mehr oder weniger tragisch Verliebten, weniger aus erfolgreichen und meist aus gescheiterten Helden. Auffällig ist aber die Häufigkeit der Tyrannen auf der Opernbühne.

Die Liste ist lang: Sie reicht vom brutalen Römer Polizeichef Scarpia, der den politischen Gefangenen Angelotti in den Tod treibt und den Künstler Cavaradossi trotz Zusicherungen erschießen lässt, vom Gouverneur eines Staatsgefängnisses bei Sevilla, einem gewissen Don Pizarro, der den Gefangenen Florestan im tiefsten, dunkelsten Kerker verborgen hält und ihn möglichst bald aus der Welt schaffen will – bis hin zu den kleinen Tyrannen im eigenen Haushalt, wie den Doktor Bartolo, der sein Mündel Rosina wie eine Gefangene hält und Graf Almaviva, der eben diese Rosina zu seiner Gräfin macht und dann in seinem Schloss herrscht wie ein Despot und der trotz aller Versprechungen nicht auf das althergebrachte „ius primae noctis“ verzichten will und mit List und Tücke versucht, Susanna, die Braut seines Kammerdieners Figaro noch in der Hochzeitsnacht ins Bett zu kriegen. „Ritterbands Klassikwelt 3/2019 klassik-begeistert.de“ weiterlesen

DIE SONNTAG-PRESSE - 20. OKTOBER 2019

Foto: Lotte Tobisch – Quelle: Wikimedia Commons
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SONNTAG–PRESSE – 20.OKTOBER 2019

Baden bei Wien
Lotte tobisch ist tot
Sie starb Samstag früh in Baden
Wiener Zeitung

Lotte Tobisch ist tot
Die Opernball-Grande-Dame und Burgschauspielerin Lotte Tobisch ist Samstagfrüh im Alter von 93 Jahren gestorben. Die Wienerin prägte unter anderem 16 turbulente Jahre lang den Opernball als Organisatorin.
https://wien.orf.at/stories/3017954/

Lotte Tobisch: Ihr Tod ist ein Skandal – Bezahlartikel
Abschied von einer ganz großen Dame
https://kurier.at/kultur/lotte-tobisch-ihr-tod-ist-ein-skandal/400651442

Graz
Die Fledermaus rächt sich in der Bedürfnisanstalt – Bezahlartikel
Mit ein paar Kniffen und Drehs möchte Regisseur Maximilian von Mayenburg der tausendfach gespielten und gesehenen „Fledermaus“ von Johann Strauß neue Aspekte abgewinnen. Es ist ein eher halbgarer, musikalisch solider Abend.
Kleine Zeitung

Ein ungewohnter Blick auf die Fledermaus
https://steiermark.orf.at/stories/3017909/

Berlin
Berliner Philharmoniker: Alles sprüht vor Spiellust
Musikalisch war Europa immer grenzenlos: Dirigentin Emmanuelle Haïm und die Berliner Philharmonikern widmen sich der Barockmusik.
Tagesspiegel

Wien/ Volksoper
„Gespenst von Canterville“ in der Volksoper: Geistreiche Geisterspiele Bezahlartikel
„Das Gespenst von Canterville“ von Marius Felix Lange spukt nach allen Regeln der Bühnenkunst.
Kurier „DIE SONNTAG-PRESSE – 20. OKTOBER 2019“ weiterlesen

DIE SAMSTAG-PRESSE - 19. OKTOBER 2019

Foto: Theater an der Wien, La clemenza di Tito © Werner Kmetitsch
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SAMSTAG – PRESSE – 19. OKTOBER 2019

Wien/ Theater an der Wien
„Zu milde?“
Im Theater an der Wien wird in der zweiten Premiere der laufenden Saison der Milde des Kaisers Titus gehuldigt. Im Gegensatz zur gewohnten Aufführungspraxis von Mozarts „La clemenza di Tito“ sind die Partien des Sesto und des Annio jeweils mit einem Countertenor besetzt.
17.10. Premiere „La clemenza di Tito“
http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/atitus8.htm

Die Probleme des Titus und Lösungsansätze
https://www.diepresse.com/5708536/die-probleme-des-titus-und-losungsansatze

Im Vorraum der tausend Gefühle
Mozarts „La clemenza di Tito“ erfreut im Theater an der Wien vor allem musikalisch.

Wiener Zeitung
Theater an der Wien: Fehlstart ist mit „La Clemenza di Tito“ komplett
Mit den Inszenierungen hat das Theater an der Wien in der noch jungen Saison kein Glück. Nach dem Debakel „Rusalka“ setzt nun Regisseur Sam Brown Mozarts „La Clemenza di Tito“ in den Sand. Das Sängerensemble und der Concentus Musicus Wien retten den Abend.
Kleine Zeitung

Das Wiener Kammerorchester gastiert im Mozart Saal des Wiener Konzerthauses – mit viel Wiener Charme, Tango und Düsternis
Klassik-begeistert

„Konzertgänger in Berlin“
Lorbeerig: Emmanuelle Haïm bei den Berliner Philharmonikerinnen. Wird die Nymphe zum Lorbeer …
Dirigentinnen-Alarm in Berlin! Am Sonntag wird Karina Canellakis das RSB leiten, am Donnerstag steht Mirga Gražinytė-Tyla im Konzerthaus am Pult, am 30. 10. dirigiert Oksana Lyniv die Staatskapelle. Für sie alle gilt dasselbe wie dieser Tage für Emmanuelle Haïm bei den Berliner Philharmonikerinnen (Achtung, Männer sind im ganzen Text mitgemeint): Sie ist nicht da, weil sie eine Frau ist. Vor ein paar Jahren hätte man sogar gesagt, sie sei da, obwohl sie eine Frau ist. Diese Zeiten scheinen zum Glück halbwegs vorbei…
https://hundert11.net/lorbeerig/ „DIE SAMSTAG-PRESSE – 19. OKTOBER 2019“ weiterlesen