Serenadenstunde im Leipziger Gewandhaus

Gewandhaus zu Leipzig, 11. Juli 2020
Andris Nelsons & Bläser des Gewandhausorchesters Leipzig 

Foto: Andris Nelsons, © Marco Borggreve

von Johannes Fischer

Verzicht, so das Gebot der Stunde. Von wegen: Das einzige worauf hier verzichtet werden musste, war der vollbesetze Zuschauerraum. Insgesamt jeder sechste Platz im Leipziger Gewandhaus wurde verkauft. Das Konzert wurde aber auch zwei Stunden später wiederholt.

In der Musik war von Verzicht keine Spur. Keine Kammerfassung von Mahler 4, kein “ Rheingold“ auf dem Parkdeck. Trotz Abstand zwischen den MusikerInnen. Und Maskenpflicht. Ein Besucher war sogar so vernünftig und setze die Maske während des Konzerts nicht ab. Wenigstens einer hat‘s verstanden! „Andris Nelsons & Bläser des Gewandhausorchesters Leipzig
Gewandhaus zu Leipzig, 11. Juli 2020“
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Ritterbands Klassikwelt 16: Oper - Krimi – Realität

„Covid-19 hat die schwedisch-dänischen Stereotypen auf den Kopf gestellt“

von Dr. Charles E. Ritterband:

Die Corona-Krise hat sämtliche Opernhäuser und Theater weltweit heimgesucht, doch die Arena di Verona hat tapfer eine Sommersaison auf die Beine gestellt. Allerdings mussten szenische Aufführungen auf kommendes Jahr verschoben werden. Namentlich Verdis „Aida“ – der einsame Hit unter sämtlichen Opernspektakeln. Dass der Suezkanal 1869 mit dem Auftragswerk des in Ägypten herrschenden Khediven Ismail Pascha mit Aida eröffnet wurde ist ebenso ein Mythos wie die Eröffnung der „Königlichen Oper“ in Kairo mit „Aida“ im selben Jahr: Das sogenannte Khedivial-Opernhaus wurde zwar mit einer Verdi-Oper eröffnet – es handelte sich allerdings um „Rigoletto“.

Zwei Jahre später erlebte die „Aida“ doch noch – in dem übrigens  von einem Schweizer Architekten Giacomo Lepori erbauten – Opernhaus ihre Uraufführung. Die „Aida“ lebt – doch das Kairoer Opernhaus brannte im Oktober 1971, fast genau 100 Jahre nach der Aida-Erstaufführung, bis auf die Grundmauern ab. Erst 1988 wurde auf der Nil-Insel Gezira das neue Opernhaus, ein Geschenk Japans, eröffnet – diesmal allerdings nicht mit einer Oper Verdis, sondern sinnvollerweise mit einer Aufführung aus der traditionellen japanischen Kabuki-Theatertradition. „Ritterbands Klassikwelt 16
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Die MONTAG-PRESSE – 13. JULI 2020

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Foto: Anna Netrebko in Wien (c) Instagram

Opernstars geben Konzerte vor besonderen Kulissen
Opernstars wie Anna Netrebko, Diana Damrau und Jonas Kaufmann sollen im Auftrag der New Yorker Metropolitan Oper (Met) in den kommenden Monaten Livestreamingkonzerte vor besonderen Kulissen in Europa und den USA geben. Den Auftakt mache der Münchner Opernsänger Jonas Kaufmann, der am 18. Juli im Kloster Polling singen soll, teilte die Metropolitan Oper gestern mit.
https://orf.at/#/stories/3173225/

Vor besonderer Kulisse
Diese Opernstars geben Live-Streaming-Konzerte
https://www.krone.at/2190227

Met Stars Live in Concert
July 18–December 19 (Lesen Sie bitte Bericht unten)

Styriarte
Herrliches „Universum für die Ohren“
Von der ausgelassenen Kirchtagsstimmung bis zum reinigenden Gewitter: Andrés Orozco-Estrada und das styriarte Festspiel-Orchester verschrieben Beethovens „Pastorale“ als „Befreiungstherapie“. Hacklerregelung für Andrés Orozco-Estrada! Der 42-Jährige, der im Herbst das Chefpult bei den Wiener Symphonikern von Philippe Jordan übernimmt, stemmt bei der styriarte gleich zwölf Konzerte. Drei Mal direkt hintereinander führte er diesen Freitag und Samstag in der List-Halle durch die „Pastorale.Soap“, am kommenden Freitag und Samstag folgt coronabedingt der selbe Aufwand bei „Don Giovanni in Nöten“.
Kleine Zeitung

Über die Herausforderung, Wagner zu singen
Buchrezension von Kirsten Liese
Facettenreich, praxisnah und erkenntnisreich setzt sich die Publikation, die Aufsätze, Reden und protokollierte Podiumsdiskussionen vereint, mit den Anforderungen an Wagnersänger, Mangelerscheinungen und Besetzungsschwierigkeiten auseinander. Experten aus allen Disziplinen – Musikwissenschaftler, Stimmenexperten, Sänger, Dirigenten, Regisseure, Intendanten, Künstleragenten und Hochschulprofessoren – kommen zu Wort.
Eine Buchbesprechung von Kirsten Liese
Klassik-begeistert

 

Berlin/ Deutsche Oper
Abschied: Heute ist es mehr ein Miteinander
Geiger Friedrich-Burkhard Steininger erinnert sich an Höhen und Tiefen im Orchester der Deutschen Oper Berlin.
Berliner Morgenpost

Gars/Kamp
Beethoven auf der Klang-Burg Gars trotzte dem Regen
Gleich drei Premieren erlebten die gut 200 Besucher am vergangenen Freitagabend auf der Burg Gars: Die Erstaufführung des Stücks „Ich, Beethoven“ von Michael Korth, den ersten Auftritt von Intendant Johannes Wildner und seines Sohnes Andreas als Schauspieler und – weniger erfreulich – die Inanspruchnahme der erstmals ausgegebenen „Regenkarten“.
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Ladas Klassikwelt 40: Krakau tanzt trotz der Pandemie

Als das Hofballett „Cracovia Danza“ im Herbst 2015 anlässlich des 600. Jahrestages der türkisch-polnischen Beziehungen in Bayreuth auftrat, gestand ich seinen Mitgliedern: „Wenn ich meine Heimatstadt Krakau überhaupt vermisse, dann vor allem wegen Euch!“

von Jolanta Łada-Zielke

Das Ensemble ist ein wichtiges künstlerisches Markenzeichen von Krakau. Ende Juli oder Anfang August organisiert das Ballett jedes Jahr zusammen mit der Ardente Sole-Stiftung das Internationale Festival der Hoftänze. Dabei kann man sehen und auch erleben, wie Leute an königlichen Höfen in vergangenen Epochen tanzten und welche Gewohnheiten in alten Zeiten herrschten. „Ladas Klassikwelt 40: Krakau tanzt trotz der Pandemie“ weiterlesen

Ein bemerkenswertes Debüt-Album

„Diese rundum geglückte Einspielung macht Lust und Appetit auf mehr!“

Alban Berg Ensemble Wien

Gustav Mahler: Symphonie Nr.10: Adagio
Arnold Schönberg: Chamber Symphony No.1 op.9
Richard Strauss: Der Rosenkavalier: Suite

von Peter Sommeregger

Bereits 2016 schlossen sich die sieben Musiker – Mitglieder des Hugo-Wolf-Quartetts, der Wiener Philharmoniker und Wiener Symphoniker – zum Alban Berg Ensemble Wien zusammen, die Alban-Berg-Stiftung verlieh ihm den Namen, der nicht zuletzt auch durch den hohen Standard des inzwischen aufgelösten Alban-Berg-Quartetts, das seinen Namen noch von der Berg-Witwe Helene genehmigt bekam, positiv besetzt war.

Inzwischen haben sie eine eigene Konzertreihe im Wiener Musikverein etabliert, seit 2018 veranstalten sie ihr eigenes Festival, den BERGfrühling am Ossiacher See. „Alban Berg Ensemble Wien, Mahler, Schönberg, Strauss,
CD-Besprechung“
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Die SONNTAG-PRESSE – 12. JULI 2020

Foto: © Theater Koblenz

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Die SONNTAG-PRESSE – 12. JULI 2020

Koblenz
Premiere von „Nabucco“ in Koblenz – trotz Corona
Giuseppe Verdis wohl bekannteste Oper „Nabucco“ wird ab Samstag auf der Festung Ehrenbreitstein aufgeführt – trotz Corona. Gar nicht so einfach mit Chor und Orchester.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/nabucco-102.html

Ossiach
Carinthischer Sommer wurde eröffnet
Am Freitagabend ist in Ossiach der Carinthische Sommer eröffnet worden. Ohne Landhauptmann Peter Kaiser (SPÖ), der sich in Quarantäne befindet. Es wird nur zwölf statt 24 geplanten Konzerten geben, dafür gibt es wieder eine Kirchenoper.
https://kaernten.orf.at/stories/3057513/

München/BR-Orchester/ Dirigentennachfolge
Das Klima wird kälter
Was der Abschied von Ulrich Wilhelm für die Nachfolgefrage beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bedeutet
Münchner Abendzeitung

Romantik mit Schlagseite
Franz Welser-Möst unterfordert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Mozart und Beethoven.
Sueddeutsche Zeitung

CD
Wo Richard Strauss Tränen zugelassen hat
Bruno Ganz ist kurz vor seinem Tod ein letztes Mal ins Aufnahmestudio gegangen, um sich einer Rarität zu widmen: Im Verein mit dem exzellenten Pianisten Kirill Gerstein hat er „Enoch Arden“ eingespielt.
https://www.diepresse.com/5833309/wo-richard-strauss-tranen-zugelassen-hat

Sophies Welt 3: Wenn Frauen Hosen anhaben
Kaum je hat jemand es gewagt, die spannende Frage zu stellen: Wer waren sie? Welche vergessenen Frauen hielten die Welt hinter den Kulissen der Salzburger Festspielen zusammen. Dass das besondere Festival, das sich heuer eines hundertjährigen Bestehens erfreuen darf, von Männern gegründet wurde, ist freilich schon lange kein Geheimnis mehr! Doch welche hegenden Energien standen hinter diesen spannenden Individuen?
Ja, auch das Leben eines Richard Strauss – von 1922 bis 1924 Präsident der Salzburger Festspiele – steht und fällt, so genial er in seiner Eigenständigkeit auch sein mag, mit einer Frau. Die Rede ist von Pauline Maria Strauss-de Ahna, die oft auch nur mit Paula de Ahna betitelt wird. Dass die am 4. Februar 1863 in Ingolstadt geborene Frau eine Sängerin war, weiß jedoch heute kaum noch jemand. Allgemeinhin kennt man die deutsche Sopranistin, wenn überhaupt, nur noch als Gattin des zweifellos grandiosen Komponisten Richard Strauss. Doch ihre Biographie hat mehr zu bieten
von Sophie Reyer, Wien
Klassik-begeistert „Die SONNTAG-PRESSE – 12. JULI 2020“ weiterlesen

Über die Herausforderung, Wagner zu singen

Buchrezension:

Isolde Schmid-Reiter (Hg.): „Worttonmelodie – Die Herausforderung, Wagner zu singen“ (ConBrio 2020)

von Kirsten Liese

Facettenreich, praxisnah und erkenntnisreich setzt sich die Publikation, die Aufsätze, Reden und protokollierte Podiumsdiskussionen vereint, mit den Anforderungen an Wagnersänger, Mangelerscheinungen und Besetzungsschwierigkeiten auseinander. Experten aus allen Disziplinen – Musikwissenschaftler, Stimmenexperten, Sänger, Dirigenten, Regisseure, Intendanten, Künstleragenten und Hochschulprofessoren – kommen zu Wort.

Da geht es zunächst um Richard Wagners persönliche Ansprüche an die Interpreten, die er aufforderte, auf „selbstgefällige, vokale Virtuosität und die Darbietung vokaler Kunststücke um des persönlichen Erfolgs willen“ zu verzichten und stattdessen die Stimme „dem Wort und der szenischen Aktion anzupassen“. Er fürchtete also, dass der Text seiner Libretti zu kurz kommen könnte, der Ausdruck sollte Vorrang vor balsamischem Schöngesang haben. „Worttonmelodie – Die Herausforderung, Wagner zu singen
Buchbesprechung“
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Die SAMSTAG-PRESSE – 11. JULI 2020

Foto: © Martin Sigmund

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Die SAMSTAG-PRESSE – 11. JULI 2020

Wien/ Symphoniker
Andrés Orozco-Estrada: Der neue Chefdirigent im Gespräch
Der Standard

München
Mozart in der Endlosschleife
Franz Welser-Möst dirigiert das BR-Symphonieorchester
Bayerische Statszeitung

Florenz
Nach Missbrauchs-Vorwürfen: James Levine dirigiert wieder
Auftritte beim Maggio Musicale Fiorentino. An der Metropolitan Opera wurde James Levine vor zwei Jahren gefeuert. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch in mehreren Fällen. Seitdem hat Levine nicht mehr öffentlich dirigiert. Nun holt Alexander Pereira, Intendant des Maggio Musicale Fiorentino, den Dirigenten in der kommenden Saison nach Florenz.
BR-Klassik

Ciao Dominique!
Sperling im Augarten, 30. Juni 2020
Am letzten Tag, an dem er noch offiziell Direktor der Wiener Staatsoper ist, hat er sich nochmals zwei Stunden Zeit genommen. Zeit, um sich von seinen Hörern bei Radio Klassik Stephansdom zu verabschieden. Bei der sogenannten „Melange mit Meyer“, einer Sendung die bereits zum 99. mal ausgestrahlt wird, aber erst zum vierten Mal vor Live-Publikum, stellt Dominique Meyer nicht nur seine liebsten Musikwerke vor, sondern schmückt sie mit einer Anekdote, einer persönlichen Erinnerung oder lässt seinen Gedanken einfach nur freien Lauf. Dieses Mal an einem besonderen Ort: Vor rund 50 Gästen, die bei freiem Eintritt live dabei sind, im geschmackvoll, hellen Ambiente des Sperling im Augarten. Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven haben hier schon musiziert. Letzterer hat hier mit George Bridgetower die „Kreutzer“-Sonate uraufgeführt.
von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert

Söder, Kultur und Corona. Bayerns Kulturpolitik: Fesselnde Lockerungen
Münchner Abendzeitung

Frankreich
Macrons neue Kulturministerin: Eine Diva für die französische Oper
Vorhang auf – im französischen Kabinett halten zwei ausgesprochene Selbst- und Charakterdarsteller Einzug. Der Staranwalt Éric Dupond-Moretti, der die besten Plädoyers im ganzen Land hält und auch schon im „Théâtre de la Madeleine“ solo auf die Bühne trat, wird Justizminister. Genauso bühnenreif ist die Geschichte der neuen Kulturministerin. Sie handelt von der märchenhaften Auferstehung einer Politikerin, die in Ungnade gefallen war. Noch unter Jacques Chirac war die heute dreiundsiebzig Jahre alte Roselyne Bachelot, die sich als „Rechtsfeministin“ bezeichnet, Ministerin für Umwelt und Sport.
Frankfurter Allgemeine „Die SAMSTAG-PRESSE – 11. JULI 2020“ weiterlesen

Der Schlauberger 8: Hier wird nicht protestiert! Höchstens geballert

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

Hurra, schon wieder ein neues Wort! Dozierende. Also Dozenten und Dozentinnen. Logisch. Nachdem die Studenten abgeschafft worden sind, wurde es höchste Zeit, auch die Dozenten von der sprachlichen Landkarte zu tilgen. Und so las ich auf Bento.de, dem jungen SPIEGEL-Portal: „Zur Wissenschaftsfreiheit gehört auch der direkte Diskurs zwischen Dozierenden und Studierenden.“ Vereinfacht ausgedrückt: den Sprechenden und den Zuhörenden, also den Diskutierenden. „Der Schlauberger 8
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Lieses Klassikwelt 43: Kirsten Flagstad

von Kirsten Liese

Foto: Kirsten Flagstad, das die Archives der Met für mein Buch „Wagnerheldinnen“ zur Verfügung gestellt haben.

Die Norwegerin Kirsten Flagstad (1895-1962) war eine der größten Wagner-Sängerinnen aller Zeiten und mit ihrer monumentalen Stimme der Inbegriff einer hochdramatischen Sängerin. Nicht zufällig trage ich denselben Vornamen, meine Eltern waren von ihrer Stimme derart fasziniert, dass sie  mich nach ihr benannt haben. Am 12. Juli wäre die Heroine, die ihre Karriere klug disponierte, 125 Jahre alt geworden. Grund genug, sie mit einem Porträt zu würdigen.

Es hat allerdings seine Zeit gebraucht, bevor ich meinen Namen in Ehren halten konnte. Als kleines Kind war ich mit ihm sehr unglücklich, weil nur wenige ihn richtig aussprachen. Oft nannte man mich Kerstin, Kirstin oder Kristin, gelegentlich Christine, und bisweilen hielten die Leute Liese für meinen Vor- und Kirsten für den Zunamen. Es war zum Verrücktwerden, wie gerne hätte ich doch einen so einfachen, unverwechselbaren Namen wie Susanne, Andrea oder Birgit getragen. Als ich mit meiner Mutter darüber sprach, erklärte sie mir, nach wem ich benannt sei. Aber das konnte ich erst würdigen, als ich älter wurde und anfing, mich für historische Aufnahmen zu interessieren. „Lieses Klassikwelt 43: Kirsten Flagstad
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